SEO & Gendern

Sie fragen sich, wie Google mit dem Thema Gendern umgeht und ob Gendern eine Auswirkung auf Ihr SEO hat? Damit sind Sie nicht allein. Wir haben Ihnen im Folgenden einige der wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Bereich zusammengetragen (Stand: 04.22). 

Wenn Sie lieber nur eine kurze Zusammenfassung dieser Seite lesen möchten, haben wir für Sie die wesentlichen Erkenntnisse in der folgenden Box zusammengefasst:

Kurze Zusammenfassung:

Das Verhalten der Google Suchmaschine zum Thema Gendern ist zum aktuellen Zeitpunkt noch gemischt. Das Nutzerverhalten spielt eine große Rolle. Sollten gendergerechte Begriffe häufiger gesucht werden, wird Google darauf reagieren. Der Genderstern (*) und Doppelpunkt (:) werden von Google aktuell eher sowohl als männliche und weibliche Variante erkannt als etwa der Unterstich oder das Binnen-I. Aus Perspektive der Barrierefreiheit ist eine alternative Schreibweise vorzuziehen. Falls dies nicht möglich ist, sollte eher der Genderstern als der Doppelpunkt genutzt werden. 

Ergebnisse aus bisherigen Untersuchungen

Klickstream hat exemplarisch verschiedene Schreibweisen des Wortes „Grafiker“ hinsichtlich ihrer rankenden Begriffe auf Google untersucht und festgestellt, dass die Schreibweise „Grafiker:in“ von Google als weibliche, männliche und diverse Schreibweise interpretiert wird, während „Grafiker/in“ als männliche und diverse, jedoch nicht als weibliche Variante interpretiert wird. Dasselbe gilt für die Version mit Gender-Sternchen „Grafiker*in“. Umgekehrt wird die Variante mit einem Unterstich „Grafiker_in“ als weibliche und diverse, jedoch nicht als männliche Form gelesen.

Zu einem ähnlichen, wenn auch nicht gleichen, Ergebnis kam Meningo Content Marketing anhand der Wörter „Jäger“ und „Kunden“. Während „Jäger*in“, „Jäger:in“ und „Jäger(in)“ von Google sowohl als maskuline wie auch feminine Variante erkennt, wurden „Jäger/-in“ und „Jäger-in“ als ausschließlich männliche Varianten und die Schreibweise mit einem Binnen-I „JägerIn“ als ausschließlich weibliche Version interpretiert. Bei dem Wort „Kunden“ wurden bei den Schreibweisen mit Genderstern (*) und Doppelpunkt (:) nur die weibliche Form „Kundinnen“ gefunden. 

Gemischte Ergebnisse haben auch [get:traction] für die Begriffe „Verkäufer“ und „Politiker“ gefunden. 

Aktuell scheint Google also noch keiner einheitlichen Regelung zu folgen. 

Was sagt Google zum Gendern?

John Mueller, Senior Webmaster Trends Analyst bei Google, wurde in der Google SEO-Sprechstunde vom 10.06.2021 zum Thema Gendern befragt. Was die aktuelle Situation bei Google sei, wisse er nicht, normalerweise versuche Google jedoch Synonyme zu identifizieren. Grundsätzliche versuchte Google abzuwarten und auf das Nutzerverhalten zu reagieren. Sollten also gendergerechte Begriffe häufiger gesucht werden, so würde Google auch darauf reagieren.

Gendern & Barrierefreiheit

Barrierefreies Webdesign hat eine Schnittmenge mit SEO und wird vermutlich auch aus rechtlicher Perspektive zunehmend eine Rolle spielen. Aus diesem Grund sollte auch das Thema Gendern auch aus dieser Perspektive betrachtet werden. 

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) darauf hin, dass der Doppelpunkt für Menschen mit Sehschwäche schwerer zu erkennen ist, als das Gender-Sternchen, weshalb sie diese Schreibweise bevorzugen. Auch bei beim Vorlesen durch ein Programm (Screenreader) und bei der Darstellung in Blindenschrift ist ein Gender-Stern dem Doppelpunkt vorzuziehen. Weiter empfiehlt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband DBSV, wenn möglich, alternative Schreibweisen einzusetzen (z.B.: Kundschaft statt Kund:innen, Team statt Mitarbeiter:innen). Mittlerweile gibt es mehrere Wörterbücher, die alternative Schreibweisen aufzeigen (z.B.: geschicktgendern.de, www.genderator.app/wb).

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